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11.03.2010

CDU-Bildungspolitiker Schebesta kündigt in Bad Dürrheim mehr Lehrer an


Aspekte der aktuellen Schulsituation in Baden-Württemberg waren Thema eines Informationsabends des CDU-Stadtverbandes. Gastredner war im Haus des Gastes Volker Schebesta, der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

CDU-Bildungspolitiker Schebesta

Bad Dürrheim. Schebesta ist nicht nur profunder Kenner der baden-württembergischen Bildungspolitik, sondern auch Gestalter. Seit 2001 vertritt Schebesta als Abgeordneter den Wahlkreis Offenburg im Landesparlament. Zuvor war der 38-jährige Jurist in Stuttgart persönlicher Referent des damaligen Staatsministers Christoph Palmer.

Der dreifache Familienvater hat verschiedene Initiativen zur Bildungspolitik in den Landtag eingebracht, darunter den Ausbau der Ganztagsschulen und die Einstellung von pädagogischen Assistenten in den Schulbetrieb. In seinen Ausführungen stellte Schebesta heraus, dass Bildung nicht nur mit (Fach-)Wissen auf das Arbeitsleben vorbereiten solle, sondern auch entscheidend zur Entwicklung der Persönlichkeit von jungen Menschen beiträgt.

Bildung würde heute in einem veränderten Umfeld stattfinden. Familien würden oftmals Aufgaben in der Erziehung nicht mehr wahrnehmen, was völlig neue Aufgaben für die Schulen mit sich bringe, so Volker Schebesta. 15 Prozent der Eltern würden kein Interesse an ihren Kindern zeigen.

Schebesta ist Mitinitiator der Bildungsoffensive im Land. Eine wichtige Veränderung stellt die neue Form von Bildungsplänen dar. In denen soll der Unterricht nicht mehr nach strikten Vorgaben des Kultusministeriums erfolgen, sondern mehr Freiheiten für die Schulen bieten: Es werden die Inhalte vorgegeben, nicht mehr das Wie. Vermehrt soll es Selbst- statt Fremdevaluation an den Schulen geben. "Wir leben in einer schnellen Zeit, da ist es gut, dass man vor Ort auf neue Themen und Herausforderungen unmittelbarer reagieren kann", so Schebesta.

In die Qualitätsoffensive Bildung investiert das Land 530 Millionen Euro. Zusätzliche 3200 Lehrer werden eingestellt, um die Klassenteiler von jetzt 31/30 auf 28 und später schließlich auf 25 Schüler zu senken, gab Schebesta bekannt.

Zur Hauptschule vertrat er die Ansicht, dass sich hier Chancen auftun würden, denn: "Die Wirtschaft sucht händeringend nach Facharbeitern". Daher auch das Angebot mit der Aufwertung zur Werkrealschule. Indes möchte Schebesta das Profil der Realschule nicht verwischen und beide Schultypen unterscheiden. In einer Diskussionrunde zeigte sich der Rektor der Grund- und Hauptschule, Heinz Kriebel, besorgt, wie aktuell eine negative Abrechnung mit der Idee der Werkrealschule gemacht werde. Fachleute würden sich vermehrt für die Einheitsschule aussprechen.

Der Bürgermeister der Gemeinde Brigachtal, Georg Lettner, mahnte Hilfe beim öffentlichen Nahverkehr für die Schüler ob der klammen Kassen an. Die Rektorin der Schwenninger Feintechnikschule, Annemarie Conradt-Mach, hielt ein Plädoyer für die Beibehaltung des gegliederten Schulsystems mit den Schnittstellen; weitere Diskussionsteilnehmer teilten ihre Meinung.

Der ehemalige CDU-Kreisvorsitzende Gerhard Panther erinnerte an gelungene Verschmelzungen von Gymnasien mit Realschulzug. Schebesta setzt auf eine faire Partnerschaft zwischen Land und Kommunen. Wenn das Schulgesetz in die Region wirke, könne es vor Ort schon zu schwierigen Diskussion kommen, wenn es beispielsweise um Zusammenlegungen von Schulen gehe.

Der Anteil von Immigrantenkindern liege derzeit bei 30 Prozent der Schüler, in ein paar Jahren indes sind es 50. Und: "Die Schulabbrecherzahl gilt es zu senken". In weiteren Frageblöcken, die Dr. Barbara Fink moderierte, wurden Fragen wie Gewalt und Medien diskutiert.

Die um ein Jahr gekürzte Gymnasialzeit (G-8), verteidigte Schebesta: "Wir haben ganze Themenblöcke im Unterricht herausgenommen." Die Verkürzung sei als ein Prozess anzusehen, der nach und nach eine verbesserte Umsetzung bringe. Bei einer Frage nach der unterschiedlichen Bezahlung von Lehrern bei gleicher Leistung verwies Schebesta auf das Dienstrecht und dessen Reform, das nicht direkt zum Aufgabenfeld der Schulpolitik gehört.

Die Verwendung erotischer Literatur im spanischen Sprachunterricht wurde thematisiert, doch zeigte sich Schebesta zum Spezialfall nicht informiert und will sich erst nach einer schriftlichen Eingabe damit befassen.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Rombach definierte Bildung als einen entscheidenden Rohstoff. Siegfried Kauder meinte in seinem Schlusswort, dass in der Gesellschaft den Lehrern eine höhere Wertschätzung zuteil werden müsste.

mg

 

Quelle: Südwestpresse



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