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Naturwaldgemeinde Bad Dürrheim

 

Die Stadt Bad Dürrheim hat sich im Jahr 2008 für weitere zehn Jahre verpflichtet, dem Naturschutz bei der Bewirtschaftung des Waldes einen hohen Stellenwert einzuräumen.
Der Naturschutzbund Deutschland zeichnete diese Selbstverpflichtung erneut mit der Verleihung des Prädikats „Naturwaldgemeinde“ aus.
Damit bleibt Bad Dürrheim eine der fünf prädikatisierten Naturwaldgemeinden
.

-> Stellungnahme des NABU
-> Stellungnahme des Bürgermeisters
-> Stellungnahme des Kämmerers
-> Stellungnahme des Forstamtes
-> Stellungnahme des Umweltbeauftragten

-> Naturwald-Kriterien des NABU

 

Stellungnahmen zur Prädikatisierung

Naturschutzbund Deutschland:
Bereits zehn Jahre lang wird der Bad Dürrheimer Stadtwald nach den Kriterien des Naturschutzbundes bewirtschaftet. „Mit der Aktion "Naturwaldgemeinde" wollen wir kommunale Waldbesitzer auszeichnen, die sich in besonderer Weise um die flächendeckende naturnahe Bewirtschaftung Ihres Waldes bemühen“ begründet Dr. Andre Baumann, der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes, die Prädikatisierung. Dr. Baumann lobt das vorbildliche Engagement Bad Dürrheims. „Ich würde mir wünschen, dass es mehr Gemeinden gäbe, die so vorbildlich ihre Wälder schützen“, sagte Dr. Baumann anässlich der Urkundenübergabe.

Bürgermeister:
Der öffentliche und private Wald ist ein überaus wichtiger Bestandteil der Stadt. Für die Stadt Bad Dürrheim hat das Ziel, die Waldflächen zu erhalten, eine ganz große Priorität. Gerade weil Naturkatastrophen zunehmen, muss der Wald auf natürliche Weise stabilisiert werden. „Unser Ziel muss es sein, diesen Schatz an unsere zukünftigen Generationen in mindestens gleicher Qualität weitergeben zu können“, erklärt Bürgermeister Walter Klumpp. Die Wälder sind für die Bürger Naherholungsbereiche. Genauso wichtig sind sie für die Gäste. Bad Dürrheim ist laut Bürgermeister Klumpp „das Eingangstor zum Schwarzwald“. Eine Besonderheit des Bad Dürrheimer Waldes ist die unmittelbare Nähe zu Wohn- und Kurgebieten, er reicht fast bis zur Ortsmitte. Gerade hier wird deutlich, welche hervorragenden kleinklimatischen Auswirkungen von Waldflächen ausgehen.

Kämmerer:
Ökonomie und Ökologie können sich nach Meinung von Stadtkämmerer Jörg Dieterle vor allem in der Waldbewirtschaftung in idealer Weise ergänzen. Dass die Stadt Bad Dürrheim mit der naturnahen Waldwirtschaft nicht schlecht fährt, zeigt auch das finanzielle Ergebnis: der Wald schloss 2007 mit einer »schwarzen Null« ab - unter Einhaltung der Naturwald-Kriterien und trotz finanzieller Nachwirkungen der Sturmereignisse vergangener Jahre.

Forstamt:
Zu den Pflichten einer Naturwaldgemeinde gehören die Förderung stufiger und strukturreicher Bestände, Anreicherung mit seltenen standortheimischen Baumarten, Vorbau in naturfernen Bestockungen, das Verbot nicht spezifischer, biologischer Forstschutzmittel und eine sanfte Betriebstechnik (in Bad Dürrheim 40 m Abstand bei den Erschließungslinien anstatt 20 m wie in vielen anderen Wäldern). Holzerntemaschinen werden nur in geeigneten Waldbeständen eingesetzt. Kahlschläge finden nicht statt. Auch eine Beschränkung der Wilddichte ist ein wichtiges Kriterium, damit die natürliche Verjüngung der Baumarten möglich ist. Fünf Prozent der Waldfläche werden als nicht bewirtschafteter „Urwald“ den natürlichen Abläufen überlassen. Aus Sicht des Forstamtes ist die erneute Selbstverpflichtung zum Naturwald ein konsequenter Schritt. „Auch vor der Prädikatisierung ist der Bad Dürrheimer Forst auf naturnahe Waldwirtschaft ausgerichtet gewesen“ erläutern Dr. Frieder Dinkelacker und Förster Ewald Weber. Dies hat die Einhaltung der Naturwald-Kriterien erleichtert.

Umweltbeauftragter:
Ein Naturwald zeichnet sich durch eine hohe Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten aus. Bereits nach den ersten zehn Jahren sind mehr Spechte zu beobachten. Die Erhaltung der biologischen Vielfalt dient nicht nur den Tieren, sondern auch dem Menschen. Der städtische Umweltberater Klaus Peter Koch: „Das Prädikat Naturwaldgemeinde schlägt sich in schöneren, abwechslungsreicheren Waldbildern nieder, der Wert des Waldes steigt nicht nur für die Spechte, sondern auch für die Besucher.“ Die Akzeptanz in der Bevölkerung und bei den Gästen gegenüber Totholz oder Reisig im Wald hat sich vielfach gesteigert. Die Auszeichnung trägt mit dazu bei, Verständnis für „Wildnis“ auch in stadtnahen Waldbereichen zu vermitteln.

 

 

 

 

Urkunde Naturwaldgemeinde

Spechthöhle
Bruthöhle in stehendem Totholz

Übergabe Urkunde Naturwaldgemeinde
 Urkundenverleihung v.l.n.r.: Dr. Andre Baumann, Dr.Frieder Dinkelacker, Jörg Dieterle, Walter Klumpp, Klaus-Peter Koch, Ewald Weber

Baum mit Milanhorst
Horst des Rotmilan (Pfeil)

Fachleute begutachten Naturverjüngung
Begutachtung der Naturverjüngung

Lebensraum Totholz
Lebensraum Totholz



Die NABU-Kriterien für naturnahe Waldbewirtschaftung:

Verzicht auf Kahlschlag
Die "Naturwald-Gemeinde"  verzichtet in ihren Wäldern vollständig auf Kahlschläge.

Naturverjüngung hat Vorrang
Die "Naturwald-Gemeinde" räumt der natürlichen Verjüngung des standortangepassten Waldes absoluten Vorrang ein.

Sicherung tragbarer Wilddichten
Die "Naturwald-Gemeinde" verpflichtet sich, die Jagd im Kommunalwald an dem Ziel waldverträglicher Wildbestände auszurichten
 
Verzicht auf Chemieeinsatz
Die "Naturwald-Gemeinde" unterlässt jeglichen Einsatz von Pestiziden (z.B. Unkrautvernichtungsmittel, Insekten- oder Mäusegifte) und Düngemitteln im Kommunalwald.

Einsatz von sanften Betriebstechniken
Die "Naturwald-Gemeinde" verpflichtet sich zur Anwendung einer sanften Betriebstechnik. Sie richtet die Arbeitsabläufe und Techniken an den Bedürfnissen eines bodenschonenden, wald- und menschenfreundlichen Waldbaus aus.

Aktiver Waldnaturschutz
Die "Naturwald-Gemeinde" bewirtschaftet ihren Wald biologisch nachhaltig. Durch eine naturnahe Waldwirtschaft und durch gezielte Maßnahmen des Biotop- und Artenschutzes bewahrt sie dessen biologische Eigenart und Vielfalt. Mindestens fünf Prozent der Fläche werden der natürlichen Entwicklung überlassen.

=>  weitere Informationen (NABU-Kriterien detailliert als pdf)

Logo "Lebendiger Wald"



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